FUSSBALL Bierstadts Clubchef Preuß aber vorsichtig: Gehen keine finanziellen Abenteuer ein
Die Duelle zwischen dem FC Bierstadt und dem TuS Nordenstadt waren in diesem Jahr in puncto Zuschauer-Zuspruch und Dramaturgie unbestrittene Höhepunkte der Wiesbadener Fußball-Szene. Am 18. Mai besiegelte der späte Treffer von Patrick Hüthwohl vor 550 Zuschauern in Kohlheck den 3:2-Pokalendspiel-Triumph des TuS, vorgestern waren in Bierstadt 500 Fans Zeuge, wie Nordenstadt in letzter Sekunde durch den Kopfball von Dennis Deider zum 3:3-Endstand kam.
Nach grandiosen 90 Minuten, die eindrucksvoll aufzeigten, dass beide Teams Gruppenliga-Potenzial besitzen. Der Weg in die höchste Klasse der Region Wiesbaden, Rheingau-Taunus, Main-Taunus und Limburg-Weilburg führt auf direktem Weg über den Meistertitel. Für die Vizemeister der vier Kreis-Oberligen bleibt die Relegation, deren Ablauf sich 2012 ändert. Zunächst werden Spiele der vier Zweiten auf neutralen Plätzen ausgelost. Die beiden Sieger ermitteln mit dem Gruppenliga-Teilnehmer in einfacher Spielrunde (ein Match auf neutralem Platz, ein Heim-, ein Auswärtsspiel) den Gesamtsieger und damit den künftigen Gruppenligisten.
Doch ungeachtet der durch 48 Punktspiele ohne Niederlage geschaffenen Durchmarsch-Perspektive mag FCB-Chef Winfried Preuß keine Luftschlösser bauen: „Wir würden einen erneuten Aufstieg sicherlich wahrnehmen, aber keinerlei finanzielle Abenteuer eingehen. Derzeit sind wir bemüht, bei Vereinen mit Gruppenliga-Erfahrung Informationen einzuholen, um die wirtschaftlichen Voraussetzungen abschätzen zu können. Schließlich wollen wir nicht Gefahr laufen, nach einem vorübergehenden Gruppenliga-Aufenthalt pleite zu sein.“
Derweil gibt Trainer Torsten Schnabel die nächsten Etappenziele vor. Am Donnerstag strebt er im Pokal bei Phoenix Breckenheim einen Sieg an, der als nächsten Gegner Biebrich 02 bescheren würde. Auch die verbleibenden Punktspiele des Jahres in Sonnenberg und gegen Biebrich 02 II will der Coach erfolgreich abschließen.
Neben den vorhandenen Routiniers Gabriel Cuomo und Bobby Ramos spielen sich in seiner ausgewogen bestückten Formation immer mehr die Youngster Tim Brake, Rene Düvel, Shawn Schmidt und Travis Handrick in den Vordergrund. Hinzu kommt Torhüter-Glücksgriff Yves Hertlein. Der schmale Rotschopf, der von der Figur nicht unbedingt dem heutigen Torwart-Typus entspricht, ist zum Rückhalt geworden. „Dazu bringt er fußballerische Klasse mit“, zollt Schnabel Anerkennung. Für die Hallensaison, in der Bierstadt ebenfalls für Furore sorgen will, sei der beidfüßig starke Schlussmann geradezu prädestiniert, so der Coach.
Quelle: Wiesbadener Tagblat vom 22.11.2011